Mehr Quecksilber im Essen?

Über den Teilaspekt „Giftiges Quecksilber in Fisch“ berichtet die Organisation Foodwatch über eine von der EU geplante Verdoppelung der zulässigen Belastungswerte bei Fischen:

Quecksilber ist ein für den Menschen hochgiftiges Schwermetall. Es wird als Abgas bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken in die Luft oder als Bestandteil von Agrochemikalien in Böden und Gewässer freigesetzt. Im Meer wird daraus das 100-fach giftigere Methyl-Quecksilber, welches von Fischen aufgenommen wird. Die Verschmutzung der Weltmeere mit dem Nervengift birgt ein gravierendes gesundheitliches Risiko, vor dem die deutsche Bundesregierung insbesondere Schwangere und (Klein-) Kinder warnt.

Kleine Anmerkung: Auch Foodwatch übersieht, dass es hierzulande eine dritte und nicht kleine Quelle für Luftbelastungen durch Queckilber gibt: die Müllverbrennungsanlagen!

Das ist der Stand

Die EU-Kommission plant nun, die zulässigen Höchstwerte von Quecksilber bei hoch belasteten Raubfischen zu verdoppeln – statt derzeit ein Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Fisch sollen in Zukunft zwei Milligramm erlaubt sein. Denn aus einem Papier der EU-Kommission geht hervor, dass bei einem Grenzwert von einem Milligramm knapp 50 Prozent der Fisch-Waren nicht verkehrsfähig wären. Die geplante Erhöhung der Grenzwerte für eine hochgiftige Substanz hat also nichts mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu tun – sondern nur mit der tatsächlichen Belastung und dem Ziel einer möglichst ungehinderten Vermarktung der Fische.

Das fordert foodwatch

  • Keine Erhöhung der Belastung durch die Heraufsetzung der Grenzwerte
  • Systematische Verringerung der Freisetzung von Quecksilber in die Natur
  • Verbot schwermetallhaltiger Pestizide und des Quecksilberausstoßes durch die Verbrennung von Kohle zur Energiegewinnung

Foodwatch hat deshalb eine Petition gestartet, der sich die Gegner von Müllverbrennungsanlagen anschließen sollten. Ihr findet sie hier. Bitte unterschreibt nicht nur selbst, sondern motiviert auch andere zur Unterschrift. Denn was hier mit den Quecksilbergehalten in Fischen praktiziert wird, kann auf allen anderen Grenzwerte übertragen werden – zumal mit dieser ungeheuerlichen EU-Argumentation:

Weil beim derzeitigen Grenzwert  knapp 50 Prozent der … Waren nicht verkehrsfähig wären.

Auf der Basis dieser Logik können auch mit Glyposat oder mit hochtoxischen Feinstäuben belastete Lebensmittel, NOx-emittierende Kraftfahrzeuge, rußende Kreuzfahrtschiffe oder was auch immer zugelassen werden. Raubtierkapitalismus eben!

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