Müllverbrennung oder Diesel-Pkw – was ist schlimmer?

In einem interessanten OZ-Artikel äußert sich Prof. Dr. Marek Lommatzsch, Rostocker Lungenfacharzt und Vorsitzender des Deutschen Lungentages, zum Thema „Diesel-Deal ist fauler Kompromiss„. Er stellt zu recht fest:

„Wo Stickoxide nachgewiesen werden, ist das immer ein Hinweis darauf, dass auch andere Schadstoffe in der Luft sind, etwa Ozon, Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid.“ Klar sei jedoch, dass Stickoxide Lungen- und Atemwegserkrankungen dramatisch verschlimmern können. „Sie wirken bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie Bronchitis oder Asthma wie Brandbeschleuniger“.

Dies könne schon ausgelöst werden, wenn sich Risikopatienten zu lange an besonders belasteten Straßen oder Kreuzungen aufhalten. Die Folgen reichten bis zu schweren Asthmaanfällen oder Lungenentzündungen.

Der Artikel schließt mit den Worten:

In Hafenstädten wie Rostock sorgen außerdem vor allem die Abgase von Schiffen für hohe Schadstoffwerte.

Haben der Professor und der Journalist hier nicht eine ernstzunehmende NOx-Quelle verbessen – die Rostocker Müllverbrennungsanlage?

Sie emittiert je Normkubikmeter 183 mg NOx. Je Stunde verlassen 121.890,7 Normkubikmeter den Schornstein (Zahlen für 2017) und mit ihnen geraten 22.305.998,1 mg NOx in die Umgebungsluft. nung hervorzurufen.

Das atmen wir alle tagein tagaus ein. Dagegen helfen auch kein kostenloser ÖPNV und keine Elektroautos, dagegen hilft nur Recyceln statt Verbrennen!

Ansonsten ist dem Professor voll zuzustimmen:

Die Grenzwerte für Stickoxide, aber auch für Feinstaub sind … von der Politik rein willkürlich festgelegt. „Bei Feinstaub steigt die Todesrate, sobald der Wert Null übersteigt“, warnt Lommatzsch. Feinstaub lagere sich in Blutgefäßen an und könne zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs führen.

Das gilt auch für alle anderen „erlaubten“. d.h. überwachten Schadstoffe aus der Müllverbrennung und ebenso für die vielen nichtüberwachten.

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Eine Antwort zu Müllverbrennung oder Diesel-Pkw – was ist schlimmer?

  1. Günter Hering schreibt:

    Heute, am 09.10.2018, habe ich die Kurzfassung des vorstehenden Beitrages als Leserbrief eingereicht:

    Leserbrief zum OZ-Artikel „Rostocker Experte: Diesel-Deal ist fauler Kompromiss“ vom 8.10.

    In der OZ erschien ein sehr interessanter Artikel über die gesundheitliche Relevanz von NOx und anderen Luftbelastungen. Er schließt mit den Worten „In Hafenstädten wie Rostock sorgen außerdem vor allem die Abgase von Schiffen für hohe Schadstoffwerte“.

    Haben der Professor und der Journalist nicht eine ernstzunehmende NOx-Quelle vergessen – die Rostocker Müllverbrennungsanlage?

    Sie emittiert je Normkubikmeter 183 mg NOx. Je Stunde verlassen 121.890,7 Normkubikmeter den Schornstein (Zahlen für 2017) und mit ihnen geraten 22.305.998,1 mg NOx in die Umgebungsluft. Ein Diesel-Pkw darf 40 Mikrogramm N0x je Normkubikmeter ausstoßen, das sind 0,04 mg N0x je Nm³. Die Müllverbrennungsanlage emittiert also so viel NOx wie 557.649.952,5 Diesel-Pkw, die gleichzeitig laufen. In Worten: 557 Millionen 649 Tausend 952 Diesel-Pkw müssen gleichzeitig laufen, um eine Luftbelastung wie die Müllverbrennung hervorzurufen.

    Das atmen wir alle tagein tagaus ein. Dagegen helfen auch kein kostenloser ÖPNV und keine Elektroautos, dagegen hilft nur Recyceln statt Verbrennen!
    Ob die OZ das veröffentlichen wird?

    Liken

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