Nun auch noch Klärschlammverbrennung in Rostock?!

Seit längerem gibt es Informationen zu einer geplanten Klärschlammverbrennungs-Anlage in Rostock.

Jetzt wird es ernst! Die im Bürgerinformationssystem der Hansestadt Rostock eingestellte Vorlage 2018/BV/4179 enthält folgenden Beschlussvorschlag:

Die Bürgerschaft beauftragt die Mitglieder in der Verbandsversammlung des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes, dem Bau einer Mono-Klärschlammverwertungsanlage mit Phosphorrecycling-Option durch die Klärschlamm-Kooperation M-V GmbH, nordwestlich der Zentralen Kläranlage Rostock, zuzustimmen.

Eingebracht und unterschrieben hat diese Vorlage unser Noch-Bürgermeister Roland Methling. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Beschlossen werden soll noch im Januar 2019. Warum dieser Zeitdruck?

Aufgrund der Vorgaben der neuen Klärschlammverordnung müssen die Schlämme aus Kläranlagen > 100.000 Einwohnerwerte (EW)nach einer Übergangszeit von 12 Jahren  (bis 2029) grundsätzlich thermisch behandelt werden.

Eben: Bis 2029! Warum also diese Eile? Warum so ein Geflecht von Desinformationen, schlimmen Informationen und honigsüßen Werbetexten, das in der zugehörigen 193-seitigen Anlage  enthalten ist? (Diese Anlage ist nur über den Link zur eingangs genannten Vorlage erreichbar). Ein fachlich gut begründetes Vorhaben hätte das alles nicht nötig.

Klärschlamm zu verbrennen statt ihn zu carbonisieren ist klimapolitisch derart verantwortungslos, dass es uns die Sprache verschlägt. Ganz abgesehen von den Gesundheits- und finanziellen Belastungen, die die Rostocker Bürger erfahren würden.

Es kann nicht sein, dass die Stadtverwaltung Rostock einerseits intensive Aktivitäten zur Bürgerbeteiligung entwickelt und andererseits, quasi durch die Hintertür, ein derartig großes Vorhaben (Investumfang >> 50 Mio. €) im Eiltempo durch die Bürgerschaft peitscht!

Bürgerbeteiligung muss im konkreten Fall bedeuten, dass wir engagierten Bürger Kontakt aufnehmen zu unseren Bürgerschaftsabgeordneten und sie davon überzeugen, den eingangs genannten Antrag abzulehnen. Der künftige Umgang mit den Klärschlämmen ist ein komplexes Thema. Nicht umsonst hat der Gesetzgeber eine Bedenkzeit bis 2029 ermöglicht.

Sachinformationen und Argumente gibt es mehr als genug. Einige davon finden sich auch auf dieser Webseite und auf ihren statischen Seiten unter „Klärschlamm verbrennen?„.

Des weiteren werden wir hier im Blog aktuelle Kurzinformationen einstellen. Die erste könnt Ihr hier abrufen: 181205-erste-info-2

Werdet aktiv! Den Klimawandel kann man nicht mit unzutreffenden Aussagen beeindrucken! Den Klimawandel interessiert es nicht, ob das emittierte Kohlendioxid einen „biogenen Ursprung“ hat oder nicht! Jede Tonne davon wirkt in die falsche Richtung.  Aber es gibt Alternativen! Werdet aktiv!

 

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