Alternativen zur Klärschlamm-Verbrennung

Einladung

zur Informationsveranstaltung des Vereins „Pro Recycling e.V.“

Alternativen zur Klärschlamm-Verbrennung

am Sonnabend, den 2. März 2019 von 15:00 bis 18:00 Uhr

im Waldemarhof, Waldemarstraße 33, 18057

Die „Klärschlamm-Kooperation M-V GmbH“ beabsichtigt, mitten in Rostock (neben der Kläranlage in Rostock-Bramow) eine Mono-Klärschlamm-Verbrennungsanlage zu errichten.

Darüber hinaus wollen andere Vorhabensträger in Güstrow und in Stavenhagen ähnliche Anlagen bauen. Die Gesamtkapazität übersteigt das Klärschlamm-Aufkommen in Mecklenburg-Vorpommern um mehr als das Doppelte.

Jede Klärschlamm-Monoverbrennung ist zwingend mit einem Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) verbunden und daher keine „grüne“ Energie, sondern befeuert zusätzlich den Klimawandel.

Eine Klärschlamm-Monoverbrennung ist technisch aufwendig und kann deshalb nicht dezentral neben den Kläranlagen gebaut werden. Die dezentral anfallenden Schlämme müssen über größere Strecken zur Klärschlamm-Monoverbrennung transportiert werden. Das verursacht zusätzliche Kosten und CO2-Emissionen.

Es gibt nahezu CO2-freie Verfahren, die die gesetzlichen Bedingungen1 für eine thermische Hygienisierung von Klärschlämmen und die Phoshorrückgewinnung für die Landwirtschaft erfüllen. Dazu gehören die Pyrolyse, das HTC-Verfahren und auch die Klärschlamm-Vergasung. Alle diese Verfahren sind nicht nur fast CO2-frei, sondern auch weitgehend frei von Luftschadstoffen. Darüber möchte „Pro Recycling e.V.“ zusammen mit seinen Gastreferenten informieren.

 Die Bundesregierung hat aus gutem Grund neue schärfere Verordnungen zum Umgang mit kommunalen Klärschlämmen definiert. Eine „thermische Hygienisierung“2 und die Pflicht zur Phosphorrückgewinnung sind zwingend vorgeschrieben.

Der Gesetzgeber spricht jedoch an keiner Stelle von dem Zwang zur Klärschlammverbrennung. Im Gegenteil wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) 2023 eine Auswertung zu den besten Klärschlamm-Behandlungs- und Phosphor-Rückgewinnungsverfahren vorlegen und darauf basierend eine Neuorientierung sowie Empfehlungen für die Kommunen abgeben.

Es gibt also keinen Grund zur Eile, aber gute Gründe dafür, dass sich die politischen Entscheidungsgträger sachkundig machen und auch die Ergebnisse des aktuellen Weltklimarat-Berichtes3 in ihre Entscheidungen einfließen lassen.

Auch über die Kosten, die allein von uns Gebührenzahlern zu tragen sind, wird zu reden sein. Ein 50-Mio-Klärschlammofen, der zu 90 % über Langzeitkredite finanziert wird (und daher wohl am Ende das Doppelte kosten wird), treibt die Abwassergebühren drastisch in die Höhe – von den noch nicht absehbaren Aufwendungen für die spätere Phosphorrückgewinnung ganz abgesehen. Wir Bürger müssen also die Beschleunigung des Klimawandels aus eigener Tasche finanzieren – wenn der Ofen kommt!

Der Veranstaltungsraum im Waldemarhof bietet leider nur Platz für maximal 60 Personen. Gerne bieten wir den politischen Entscheidungsträgern aus Rostock und Umland die Möglichkeit einer Platzreservierung, wenn wir per Email4 bis spätestens Freitag, den 1. März eine diesbezügliche Interessenbekundung erhalten.

Parkmöglichkeiten gibt es im näheren Umfeld des Waldemarhofes leider nicht. Wir empfehlen deshalb die Anreise mit der Straßenbahn (Haltestelle Kabutzenhof oder Werftdreieck, Fußweg jeweils ca. 10 Minuten). Wer zwingend auf das Auto angewiesen ist, findet einen Parkplatz am östlichen Ende der Straße „Am Kabutzenhof“ neben dem Fähranleger.
Zur finanziellen Absicherung der Veranstaltung bitten wir um eine kleine Spende.

1„Klärschlammverordnung vom 27. September 2017 (BGBl. I S. 3465), die zuletzt durch Artikel 6 der Verordnung vom 27. September 2017 (BGBl. I S. 3465) geändert worden ist“, https://www.gesetze-im-internet.de/abfkl_rv_2017/AbfKl%C3%A4rV.pdf

2Thermische Hygienisierung, um Krankheitserreger abzutöten und um Medikamentenreste sowie Mikroplastik zu vernichten.

4recycling-rostock@freenet.de

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Eine Antwort zu Alternativen zur Klärschlamm-Verbrennung

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