NUR ein Leserbrief an die OZ

Nur ein Leserbrief an die OZ, der auf einen OZ-Beitrag vom 7.10.2019 bezug nimmt:

Fragen über Fragen

  1. „In Bramow sollen 100 000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr emissionsarm verbrannt werden.“ Was meint „emissionsarm“? Wenn man Organik (also kohlenstoffhaltiges Material) verbrennt, dann entsteht aus jedem Atom Kohlenstoff ein Molekül CO2. Das gilt für Kohlen wie für Klärschlamm! Klärschlamm-VERBRENNUNG ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich ehrlich für mehr Klimaschutz engagieren!
  2. „Bisher werden die Abfälle nach Hamburg, Leipzig oder bis ins Ruhrgebiet gefahren.“ Das gilt nur für den Rostocker Klärschlamm, weil der durch das Rostocker Steinkohlekraftwerk durch Quecksilber belastet ist. Also ¾ der Schlämme, die künftig in Rostock verbrannt werden sollen, werden bislang vor Ort landwirtschaftlich verwertet.

  3. Es „profitieren die Vortrocknungsstandorte von der überschüssigen Abwärme“. Wer nachfragt, der erfährt, dass es an den Vortrocknungsstandorten keine überschüssige Abwärme gibt (anders als beim Rostocker Steinkohlekraftwerk). Sie kann vor Ort zur Fernwärmeversorgung, Beheizung von Faultürmen und anderem genutzt werden.
  4. „Die größte Stadt des Landes kann so ihre ökologische Klimabilanz bei der Erzeugung von Fernwärme entscheidend verbessern“. Indem sie auf die Nutzung der überschüssigen Abwärme aus dem Steinkohlekraftwerk (läuft bis 2018) verzichtet und dafür dafür teilweise über mehr als hundert Kilometer Klärschlamm heran karren lässt? Die KKMV sollte diesen unglaubwürdige Behauptung durch eine Ökobilanz über alle Prozessstufen belegen müssen!
  5. „Für die beteiligten Kommunen und ihre Bürger bedeute dies … Mitsprache und Planungssicherheit in Sachen Klärschlammverwertung“. Eben nicht! Selbst in die Gründung der KKMV GmbH war die Rostocker Bürgerschaft nicht einbezogen. Sie erfolgte in aller Stille außerhalb der Kommunalvertretungen. Die Rostocker Bürgerschaft durfte lediglich bezüglich des Standortes für den Klärschlammofen ihre Meinung kundtun. Was angesichts klimafreundlicher Alternativen zur VERBRENNUNG und des nun von der Bürgerschaft ausgerufenen Klimanotstandes mehr als befremdlich angesehen werden muss.

Noch immer ist es nicht zu spät, diese vermeidbaren CO2-Emissionen zu verhindern. Alle vorbereitenden Aktivitäten finanzieren wir Bürger ohnehin über unsere „Schmutzwasser-Abgabe“. Die gesamte Finanzierung und Refinanzierung der klimaschädlichen Verbrennung müssen wir auch über diese Abgabe bezahlen, die zwangsläufig exorbitant ansteigen wird.

Deshalb ist es auf jeden Fall besser, die Arbeiten zu stoppen – es wird einfach billiger und es ist gleichzeitig klimaschützend!

wer-ks-verbrennt-klein

Dieser Beitrag wurde unter Abfall, Allgemeine Dummheit(en), Klärschlammverbrennung, Klima, Rostocker Initiative... e.V. abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu NUR ein Leserbrief an die OZ

  1. Gerdt Puchta schreibt:

    Sehr gute Analyse! Besser kann man das gar nicht ausdrücken.

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.