Ehrlich geht anders… – Die Güstrower Kies- und Mörtel GmbH


Wie die GKS ganz unnötig ihren Ruf beschädigt

Ausgerechnet an meinem Geburtstag traf ich Herrn Kellermann, den Besitzer der GKS und damit auch der Deponie Spoitgendorf. Ich hatte gerade das frischgeputzte und korrekt ausgerichtete Firmenschild für die Deponie an deren Einfahrt fotografiert, als Herr Kellermann auf mich zukam.

Wir führten ein freundliches, etwa 45minütiges Gespräch, wobei mir Herr Kellermann in den ersten 30 Minuten einen umfänglichen Vortrag über die Deponie hielt und mir dabei versicherte, mit den Schlacken und Aschen aus der Rostocker Müllverbrennung habe seine Deponie nichts zu tun, damit sei die Gollan Recycling GmbH auf dem Firmengelände, nicht aber auf der Deponie, befasst. Ich wiederum konnte ihm versichern, dass unser Verein „Rostocker Initiative für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft und gegen Müllverbrennung“ nicht generell gegen Deponien sei, wohl aber für möglichst viel Recycling und bei Materialeinlagerung auf Deponien für eine weitgehend getrennte Einlagerung verschiedenere Materialien, damit sie später mit vertretbarem Aufwand wieder ausgegraben und recycelt werden können. Weiterhin schlug ich vor, ähnlich wie Vattenfall für die Rostocker Müllverbrennung auch für die Deponie Führungen durchzuführen, um die Akzeptanz bei interessierten Bürgern zu erhöhen. Mein Gesprächspartner fand das alles sehr interessant und meinte, vielleicht selbst Mitglied unseres Vereins werden zu wollen…

Zum Abschluss übergab ich unsere Einladung zur Informationsveranstaltung am 7.2. in der Plaazer Gaststätte „Am Schmooksberg“. Er sagte mir, dass er schon davon wisse und dass der Geschäftsführer der GKS und ein Planer daran teilnehmen werden.

Was er leider nicht sagte, war der Sachverhalt, dass der Bürgermeister der Gemeinde Plaaz für den gleichen Tag und fast die gleiche Uhrzeit die Bürger aller sechs Ortsteile schriftlich zu einer Parallelveranstaltung eingeladen hatte. Hauptredner war Herr Kellermann, mein Gesprächspartner…

Wenn man den SVZ-Bericht über die Parallelveranstaltung liest, kommt man ins Grübeln:

„Wir kommen nicht dichter an den Ort heran“, betonte Eberhard Kellermann von der GKM“. – Quelle: https://www.svz.de/19033086 ©2018

Wieso steht dann in den Antragsunterlagen für die Deponieerweiterung, dass sich diese bis auf 900 m dem Ort Spoitgendorf nähert?

„Asche aus der Müllverbrennung in Rostock, das muss Kellermann bestätigen, werde auch heute schon in Spoitgendorf, nachdem Metalle herausgefiltert sind, deponiert. „Das hat mit uns nichts zu tun. Das ist die Firma Gollan“, sagt Kellermann und fügt hinzu, dass nach Deponieverordnung alles vorher untersucht werde.“ Nach den Antragsunterlagen hingegen, eingereicht von der GKS, lagert Gollan nach der Metallentnahme die Aschen auf der Deponie ein. – Quelle: https://www.svz.de/19033086 ©2018

Dann ist dem Artikel noch von einer „vorgeschriebenen Sprühanlage“ die Rede, während in den Antragsunterlagen der GKS nur eine Straßenreinigung und ein Fahrzeug zur Befeuchtung der Fahrbahnen bei trockenem Wetter die Rede ist.

„„Und das können sie mir glauben“, hören die Einwohner immer wieder von Kellermann, der das Angebot eines „Tages der offenen Tür“ unterbreitet“. – Quelle: https://www.svz.de/19033086 ©2018

Also war das 45minütige Gespräch mit Herrn Kellermann ja doch nicht ganz umsonst…

Wer eine Deponie der Deponieklasse I1 betreibt, trägt eine sehr hohe Verantwortung. Zu groß ist die Gefahr, höher belastete Materialien aus Versehen oder gegen „gutes“ Geld mal eben mit einzulagern. Wer will das kontrollieren? Selbst wenn die Überwachungsbehörde ihren Pflichten nachkäme, würde eine Kontrolle nur einmal in drei Jahren (!) nichts wieder ans Tageslicht bringen. Deponien der Klasse DK I müssen nur alle drei Jahre einmal beprobt werden. Und daran hält sich das StALU MM, obwohl engere Überwachungsfristen möglich sind.

Es gibt Stimmen, die grundsätzlich gegen privat betriebene Deponien sind, auch wegen der vorgenannten Bedenken. Da ist was dran und im Internet findet man eine Vielzahl von verantwortungslos betriebenen Deponien. Das schlimmste an Verstößen gegen die geltenden Deponieregeln ist ja der Umstand, dass die gemachten Fehler kaum zu beheben sind, weil das viel zu viel Geld kosten würde.

Abschließend noch eine Frage: Wer prüft wie regelmäßig die angelieferten Abfälle auf eine „sehr geringe Schadstofffreisetzung im Auslaugversuch“ mit welcher Methodik – und wo werden die Ergebnisse protokolliert, wo sind sie einsehbar???


1  Oberirdische Deponie für nicht gefährliche Abfälle (DK I): (Oberirdische) Deponie für Abfälle, die einen sehr geringen organischen Anteil enthalten und bei denen eine sehr geringe Schadstofffreisetzung im Auslaugversuch stattfindet.

vertrauen

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