Feinstäube


Über Feinstäube wird relativ selten berichtet und wenn, dann beziehen sich die Informationen zumeist nur auf Kraftfahrzeuge als Verursacher. Um so erfreulicher ist es, dass sich die Apotheken-Umschau in mehreren Beiträgen des Themas angenommen hat.

Im aktuellen Heft 07/14 (es ist noch nicht im Internet verfügbar) geht es zwar wieder vorrangig um Kfz als Verursacher, aber der Artikel macht wiederum die Gefährlichkeit der Stäube deutlich:

  • 2013 von der WHO als Krebsursache, insbesondere für Lungenkrebs, eingestuft,
  • andere Atemwegserkrankungen,
  • Arterioskleroseursache und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes.

Leider nennt auch der aktuelle Artikel als Quellen nur

  • Industrieschlote,
  • Kraftfahrzeugmotore,
  • Heizungen,
  • Abrieb von Bremsen und Reifen,
  • Saharastaub,
  • Vulkanasche,
  • Mineralien, Pollen
  • „und manch andere Teilchen. Dabei sind längst nicht alle Substanzen ungesund“.

Eine explizite Nennung der von Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen emittierten Fein- und Feinststäube unterbleibt leider, obwohl diese Feinstäube durch ihre Beladung mit Schwermetallen, Dioxinen, Furanen und anderen hochtoxischen Stoffen besonders gesundheitsgefährdend sind.

„Allein in Deutschland gelangen jährlich mehr als 100.000 Tonnen Feinstaub in die Luft… Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich das Einatmen von Feinstaub negativ auf die menschliche Gesundheit auswirkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgestellt, dass selbst kleine Feinstaubkonzentrationen den Körper schädigen…

Sehr kleine Partikel können außerdem über die Lungenbläschen in die Blutbahn gelangen und sich so im Körper verteilen…

Durch das Eindringen von Feinstaub kann die Fließfähigkeit des Blutes beeinträchtigt werden, dadurch kann das Herzinfarktrisiko steigen. Ja sogar auf das Gehirn und das Zentralnervensystem kann Feinstaub schädlich wirken…“ Quelle: Apotheken-Umschau

Feinstäube können auch Allergien auslösen oder verstärken – bis hin zu Asthma.

Feinstäube erhöhen sogar die Insulinresistenz, nachgewiesen bei Kindern

Ein Kommentar aus der Online-Ausgabe der Apotheken-Umschau fasst zusammen und gibt einen bedenkenswerten Ausblick:

„Es sind nicht nur die Kraftfahrzeuge!

Feinstäube aus Kraftfahrzeugen sind gefährlich, aber nicht alleine verantwortlich für die Gesundheitsrisiken durch Feinstaub. Fast alle Verbrennungsanlagen erzeugen Feinstäube und die besonders bedenklichen sind Kohlekraftwerke und Müllverbrennungsanlagen. Denn deren Feinstäube sind nicht nur per se gesundheitsgefährdend, sondern zusätzlich und gravierend durch die „aufgesattelten“ Schwermetalle, Dioxine, Furane und die vielen anderen ungesunden Stoffe, die beim jeweiligen Verbrennungsprozess entstehen.

Vor allem diejenigen Feinstäube, die so klein sind, dass sie wie die Sauerstoffmoleküle über die Lunge ins Blut und von dort zu vielen lebenswichtigen Organen gelangen (und das sind die meisten der Stäube!), können nicht nur zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, sondern auch Asthma, Allergien und andere schlimme Krankheitsbilder auslösen.

Gegen Feinstäube ist letztendlich kein Kraut gewachsen, denn jedes Filter muss Löcher haben, um die gefilterten Gase hindurch zu lassen. Je feiner das Filter ist, um so stärker wird ein Teil der Stäube zerschlagen und tritt noch feiner aus dem Filter wieder aus – man treibt den Teufel mit Belzebub aus. Zumal sich die Feinstäube um so weiter ausbreiten, je kleiner sie sind.

Die einzigen sicheren Wege zur Vermeidung von Feinstaub sind:

  1. Abfall recyceln statt verbrennen (das senkt die Rohstoffpreise, schafft Arbeitsplätze, generiert Mehrwert und Steuereinnahmen),
  2. die Verbrennungs-Kraftwerke durch Windkraft- und Solaranlagen (mit entsprechenden Speichern bzw. Umwandlung in Gas) ersetzen,
  3. die Kraftfahrzeuge schrittweise entsprechend umrüsten. Die Kosten für derartige Veränderungen würden nach einer EU-Studie deutlich niedriger sein als es die krankheitsbedingten Kosten sind.“

Trotz alledem werden die großen Gesundheitsrisiken durch Feinstäube in der Bevölkerung kaum wahrgenommen, wie eine 2013 veröffentlichte Umfrage der Apotheken-Umschau zeigt

„Nahezu jeder zweite Befragte (45,9 Prozent) fürchtet gentechnisch veränderte Lebensmittel. Und mehr als jeder Dritte (35,2 Prozent) zählt Resistenzen gegen Antibiotika durch deren übermäßigen Einsatz in der Viehzucht zu den Umweltbelastungen, die er am meisten fürchtet.

Aber nur jeder Fünfte (20,0 Prozent) teilt diese Befürchtungen auch bei CO2-Emissionen durch Industrieanlagen und Straßenverkehr. Noch etwas geringer ist der Anteil derjenigen, die auch Feinstaub- (17,6 Prozent) und Lärmbelastung (15,0 Prozent) durch Industrie und Verkehr in die Liste der am meisten gefürchteten Umweltgefahren einreihen.“

Es ist wie fast immer, sinnlich nicht wahrnehmbare Gefahren werden grob unterschätzt.

Siehe auch http://www.rural-mv.de/mva-hro/gefahren/frame_gefahren.html


Wieviel ist Ihnen Ihre Gesundheit wert? Unterstützen auch Sie unsere Klage gegen die Rostocker Müllverbrennungsanlage durch eine Spende!


Grundsätzliches findet sich auch in einem Beitrag aus dem Jahr 2008: feinstaub_mva. Der Autor und der Ort der Veröffentlichung sprechen für die Seriösität der Aussagen. Lesen Sie selbst!

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