Rüdersdorf


In Rüdersdorf (bei Berlin) läuft es etwas anders als in Rostock.

Dort betrieb die Kommune zusammen mit der Genehmigungsbehörde keine Geheimniskrämerei, sondern informierte die Bürger umgehend – auch über den jetzigen Änderungsantrag. Er beinhaltet die Erweiterung der Anlage von 250 000 t/Jahr auf 270 000 t/Jahr sowie eine bedenkliche Erweiterung des Abfallannahme-Katalogs. Beides zusammen würde die toxische Abluft um 38 500 m³/Stunde erhöhen.

Die Gemeinde Rüdersdorf war – anders als die Stadt Rostock – so klug, mit Vattenfall bereits in der Planungsphase der Anlage Emissions-Obergrenzen vertraglich zu vereinbaren. Die durch die Erweiterung um „nur“ 20 000 Jahrestonnen Abfall deutlich überschritten würden.

Obwohl Rüdersdorf nicht so viele Touristen zu verlieren hat, sich im Ort und im direkten Umfeld nicht so viele Kliniken und Reha-Einrichtungen befinden wie in Rostock, reagierten die Einwohner und Mediziner in und um Rüdersdorf schnell und energisch. Alle Details finden sich auf der sehr informativen Webseite „Bürgerinitiative Gesund Leben am Stienitzsee e.V.

Unlängst schrieben uns die dort Betroffenen:

„wir … kämpfen gegen die selbe Vattenfall-Tochtergesellschaft wie Sie.

Dessen Management ist belehrungsresistent und kompromisslos, entgegen jeder Ethik bemüht es sich die NOx-Emissionen hart am Grenzwert von 200 mg/Nm3 zu fahren, vielleicht um ein paar Euro Betriebskosten zu sparen. Derzeit sind die Staubwerte um das 200-fache bis 18000-fache gegenüber den bisher genannten Durchschnittswerten angestiegen, daran gebunden sind die Schwermetalle und Dioxine/Furane, die aber ganz nach Belieben nur einige Stunden je Jahr – z.B. bei sehr niedrigen Staubwerten – gemessen werden und dadurch einen sauberen Anlagenbetrieb vortäuschen. Wichtig wäre eine kontinuierliche Probenahme (AMESA-Verfahren).“

Durch das Engagement der BI konnte sie einen wichtigen Teilerfolg erreichen:

„Besonders wichtig war … die kontinuierliche Probenahme auf Schwermetalle/Dioxine im Rauchgas anstelle der gesetzlich vorgegebenen, nur sehr seltenen (oft nur 1 x Jahr!) Beprobung über wenige Stunden nach Terminabsprache … Dies sollte endlich auch in Deutschland Standard werden (AMESA-Verfahren).

Manchmal kann man von außen mehr erreichen als intern …“

Mehr Details findet man auf der Webseite der BI in der Pressemitteilung vom 12.11.2014.

Mit der Unterstützung der Rostocker und der Einwohner des Rostocker Umlandes können auch wir hierzulande entsprechende Veränderungen durchsetzen!

  • Unterstützen Sie die beim Oberverwaltungsgericht eingereichte und am 10.12. zu verhandelnde Klage durch Ihre Spende – auch kleine Beiträge helfen weiter!
  • Unterstützen Sie unser gemeinsames Anliegen durch Leserbriefe und andere öffentlichkeitswirksame Aktivitäten!
  • Werden Sie Mitglied in der „Rostocker Initiative für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft und gegen Müllverbrennung e.V.“! Es gibt noch so viel zu tun.

 

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2 Antworten zu Rüdersdorf

  1. Frank schreibt:

    Am 10.12.2014 hat das Oberverwaltungsgericht Greifswald die Klage behandelt, ist denn der aktuelle Stand dieses Verfahrens für Rostock?
    Ist die Genehmigung ungültig oder hat es einen Vergleich gegeben? Es wäre schön mal einen aktuellen Stand aus diesem Verfahren zu bekommen.

    Liken

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